Welches Fugenmaterial passt zu welchem Pflaster?
Die meisten Pflasterflächen im Garten liegen lose in einem Bett aus Splitt. Zwischen den Betonsteinen bleiben Fugen von 3 bis 5 Millimetern, und diese Fugen füllt der Betrieb mit Brechsand oder feinem Fugensplitt. Brechsand ist zerkleinertes Gestein mit kantigen Körnern. Für Einfahrten empfiehlt der Betonverband Straße, Landschaft, Garten nur solches gebrochenes Material, feiner runder Sand passt nur auf Flächen ohne Autos.
Die Preise unterscheiden sich stark. Brechsand kostet nach dem Ratgeber von blauarbeit 1 bis 3 Euro je Quadratmeter Fläche, Fugensplitt 2 bis 5 Euro. Fugenmörtel aus Kunstharz kostet 8 bis 20 Euro, Fugenmörtel aus Zement 15 bis 35 Euro.
| Fugenmaterial | Passt für | Gegen Unkraut | Material je Quadratmeter |
|---|---|---|---|
| Quarzsand | Wege und Terrassen ohne Autos | hilft nicht | 0,60 bis 1,40 Euro |
| Brechsand, Körnung 0 bis 2 Millimeter | Standardpflaster mit Fugen bis 5 Millimeter, auch Einfahrten | hilft nicht | 1 bis 3 Euro |
| Fugensplitt, Körnung 1 bis 3 Millimeter | breite Fugen ab 8 Millimeter, Kopfsteinpflaster | hilft nicht | 2 bis 5 Euro |
| Polymersand | Flächen, in denen viel wächst | soll Unkraut bremsen | 8 bis 18 Euro |
| Kunstharz-Fugenmörtel | Wege, Terrassen, Einfahrten, lässt Wasser durch | hält Unkraut fern | 8 bis 20 Euro |
| Zement-Fugenmörtel | nur Pflaster auf einem Unterbau aus Beton | hält Unkraut fern | 15 bis 35 Euro |
Beim Neubau steckt das Verfugen schon in den Kosten für Pflasterarbeiten pro Quadratmeter. Aroundhome nennt für Verlegen und Verfugen zusammen 50 bis 80 Euro je Quadratmeter.
Volle Fugen halten die Steine fest
Die Steine stützen sich über die Fugen gegenseitig ab. Sind die Fugen voll und fest, verteilt sich die Last eines Autos auf viele Steine. Der Betonverband nennt richtig breite und dauerhaft volle Fugen deshalb die wichtigste Voraussetzung für eine Pflasterfläche, die hält.
Leere Fugen führen zu wackelnden und verschobenen Steinen. Nach dem Handbuch des Betonverbands von 2024 sinkt die Stabilität schon, wenn etwa ein Fünftel der Fugentiefe leer ist. Neue Flächen sind in den ersten ein bis zwei Jahren besonders empfindlich, und eine Kehrmaschine mit Saugwirkung gehört frühestens nach einem Jahr darauf.
Einfegen
Der Betrieb verteilt das Fugenmaterial auf den frisch verlegten Steinen und fegt es in die Fugen, Stück für Stück mit dem Verlegen.
Einschlämmen
Mit wenig Wasser spült er das Material tief in die Fugen. So füllen sie sich ganz.
Abrütteln
Eine Rüttelplatte mit Kunststoffschürze drückt die Steine ins Splittbett. Ohne gefüllte Fugen darf er nicht rütteln, weil die Steine sonst verrutschen.
Nachfüllen
Nach dem Rütteln sind die Fugen wieder etwas leer. Der Betrieb füllt nach.
Fugenschluss
Zum Schluss schlämmt er feinen Sand mit 0 bis 2 Millimeter Körnung ein. Er stopft die letzten Lücken oben in der Fuge.
Zementmörtel reißt auf losem Splittbett
Pflaster im Splittbett bewegt sich ein wenig, wenn ein Auto darüber fährt oder wenn es draußen warm und kalt wird. Fugenmörtel aus Zement ist zu spröde für diese Bewegung. Der Hersteller Sopro schreibt in seinem Planungshandbuch von 2026, dass solche Fugen auf losem Pflaster reißen und dann herausbrechen. Zementmörtel gehört deshalb nur auf Pflaster, das in Mörtel auf einem Unterbau aus Beton liegt.
Kunstharzmörtel ist elastischer und hält auch auf älterem Pflaster im Splittbett. Sopro nennt dafür zwei Bedingungen. Die Fläche hat sich gesetzt und zeigt keine Spurrinnen. Die Fugen sind mindestens 4 bis 5 Zentimeter tief und 6 bis 8 Millimeter breit. Kunstharzfugen lassen nach dem Fachportal Baustoffwissen in der Regel Regenwasser versickern, Zementfugen machen die Fläche dicht.
Was kostet es, Pflaster neu zu verfugen?
Beim Fachbetrieb kostet das Ausräumen und Neuverfugen nach blauarbeit 8 bis 20 Euro je Quadratmeter, Stand Juli 2026. Reines Nachfüllen ohne Ausräumen kostet 4 bis 8 Euro. Für eine Terrasse von 40 Quadratmetern sind das 320 bis 800 Euro für neue Fugen oder 160 bis 320 Euro fürs Nachfüllen. Das Portal gartenbau-kosten.de nennt für das Verfugen nach einer Reparatur ebenfalls 4 bis 8 Euro je Quadratmeter.
Wackeln schon viele Steine oder ist die Fläche abgesackt, helfen neue Fugen allein nicht mehr. Dann steht die Frage an, ob Sie altes Pflaster sanieren oder neu verlegen lassen.
Unkraut in den Fugen ohne Gift entfernen
Unkrautvernichter sind auf Pflaster, Wegen und Einfahrten verboten. Das regelt das Pflanzenschutzgesetz, und ein Verstoß kann bis zu 50.000 Euro Bußgeld kosten. Nach dem Umweltbundesamt gilt das Verbot auch für Salz, Steinreiniger, Moosvernichter und andere Hausmittel. Nur Speiseessig mit höchstens 6 Prozent Säure ist erlaubt, punktuell auf einzelne Pflanzen und höchstens zweimal im Jahr.
Das Umweltbundesamt empfiehlt diese Wege, die ohne Gift auskommen:
- Fugenkratzer und Fugenbürste holen Unkraut samt Wurzel aus der Fuge.
- Ein Straßenbesen reicht auf kleinen Flächen, wenn Sie regelmäßig fegen.
- Abflammgerät und heißes Wasser töten die Pflanzen mit Hitze.
- Kunstharz- oder Zementfugen und Fugensand, der Unkraut hemmt, lassen weniger keimen.
Füllen Sie nach dem Auskratzen gleich frisches Fugenmaterial nach, sonst wackeln die Steine. Einen Hochdruckreiniger setzt der Betonverband nur mit weniger als 100 bar ein, damit das Fugenmaterial in der Fuge bleibt.
Häufige Fragen
Darf man für die Pflasterfugen einer Einfahrt normalen Sand nehmen?
Nein, für die Pflasterfugen einer Einfahrt empfiehlt der Betonverband Straße, Landschaft, Garten gebrochenes Material wie Brechsand. Feiner Sand mit runden Körnern passt nach seinem Handbuch nur auf Wege und Flächen ohne Autos. Kantige Körner halten in der Fuge besser als runde.
Wie oft muss man Pflasterfugen nachfüllen?
Pflasterfugen füllen Sie nach, sobald sie nicht mehr voll sind, einen festen Abstand gibt es nicht. Der Betonverband rät, fehlendes Fugenmaterial sofort zu ergänzen. Schon wenn etwa ein Fünftel der Fugentiefe leer ist, wird die Fläche weniger stabil.
Ist Essig gegen Unkraut im Pflaster erlaubt?
Essig ist gegen Unkraut im Pflaster nur eingeschränkt erlaubt. Nach dem Umweltbundesamt dürfen Sie Speiseessig mit höchstens 6 Prozent Säure auf einzelne Pflanzen geben, höchstens zweimal im Jahr. Salz, Reiniger und Unkrautvernichter sind auf Pflaster verboten.
Lässt Kunstharz-Fugenmörtel Regenwasser durch?
Ja, Kunstharz-Fugenmörtel lässt Regenwasser in der Regel versickern. Das gilt nach dem Fachportal Baustoffwissen, solange die Fugen nicht zu schmal sind. Fugenmörtel aus Zement macht die Fugen dagegen dicht.
Kann man altes Pflaster im Sandbett nachträglich mit Mörtel verfugen?
Altes Pflaster im Sandbett können Sie nur mit Kunstharzmörtel nachträglich verfugen, und nur wenn sich die Fläche gesetzt hat. Der Hersteller Sopro nennt dafür Fugen von mindestens 4 bis 5 Zentimetern Tiefe und 6 bis 8 Millimetern Breite. Zementmörtel reißt auf einer solchen Fläche und bricht heraus.
