Welche Förderung gibt es für das Entsiegeln?
Entsiegeln heißt, Asphalt, Beton oder dichtes Pflaster aufzubrechen, damit Regen wieder in den Boden sickern kann. Danach wird die Fläche begrünt oder mit einem durchlässigen Belag neu befestigt. Städte fördern das, weil weniger Regen in den Kanal läuft und der Boden bei Hitze kühlt.
Die Programme unterscheiden sich stark. Hamburg zahlt über die IFB Hamburg 30 bis 50 Prozent der förderfähigen Kosten, höchstens 25.000 Euro. Bremen zahlt im Programm Schwammstadt bis zu 30 Prozent, höchstens 40 Euro je Quadratmeter und 5.000 Euro insgesamt. Im Gebiet von Emschergenossenschaft und Lippeverband in Nordrhein-Westfalen liegt die Förderquote bei 40 bis 80 Prozent.
| Programm | Zuschuss | Grenze | Mindestfläche |
|---|---|---|---|
| Hamburg, IFB RISA-Förderung Entsiegelung | 30 bis 50 Prozent | höchstens 25.000 Euro | ab 10 Quadratmetern |
| Bremen und Bremerhaven, Förderprogramm Schwammstadt | bis 30 Prozent | höchstens 40 Euro je Quadratmeter, 5.000 Euro gesamt | ab 20 Quadratmetern |
| Emschergenossenschaft und Lippeverband, ELKA | 40 bis 80 Prozent | keine Angabe | keine Angabe |
Was kostet es, eine Fläche zu entsiegeln?
Die Kosten hängen davon ab, was weg muss und was danach kommt. Die Berliner Regenwasseragentur nennt aus einer Studie Kosten für durchlässige Beläge. Ein Fußweg mit einer festen Kiesdecke kostet rund 76 Euro je Quadratmeter, Wege mit wasserdurchlässigem Pflaster in einem Innenhof rund 176 Euro. Der Umbau einer Asphaltfläche zu Sickerpflaster mit neuem Unterbau kostet bis 372 Euro je Quadratmeter.
Wird die Fläche nur zu Garten, fallen Abbruch, Abfuhr und neuer Boden an. Lassen Sie sich im Angebot Abbruch, Entsorgung, Bodenaufbau und Bepflanzung als eigene Posten nennen, denn genau diese Posten prüfen die Förderstellen.
Voll entsiegeln oder durchlässig neu befestigen
Nicht jede Fläche kann zu Rasen werden. Auf der Einfahrt muss das Auto weiter fahren können. Dann hilft eine Teilentsiegelung: Der dichte Belag kommt weg, und ein durchlässiger Belag wie Rasengitter oder Pflaster mit breiten Fugen kommt hin. Welche Steine dafür passen, zeigt der Vergleich der wasserdurchlässigen Pflastersteine.
- Volle Entsiegelung: Belag weg, Boden auflockern, Erde auffüllen, bepflanzen. Hamburg fördert dabei auch die Bepflanzung.
- Teilentsiegelung: Belag weg, durchlässiger Unterbau, Rasengitter, Kies oder Sickerpflaster.
- Am Hang ab 10 Prozent Gefälle: nur Rasengitter, Poren- oder Sickerpflaster, weil Kies und Splitt wegrutschen.
Bremen fördert nur Flächen, deren Regen danach vollständig vor Ort versickert und die nicht an den Kanal angeschlossen sind. Hamburg verlangt einen durchlässigen, versickerungsfähigen Bodenaufbau. Ob der Boden das schafft und wann Sie eine Erlaubnis brauchen, hängt davon ab, wie Sie das Regenwasser im Garten versickern lassen.
So beantragen Sie die Förderung zum Entsiegeln
Programm suchen
Fragen Sie bei Ihrer Stadt, dem Umweltamt oder dem Wasserverband, ob es ein Programm gibt und ob noch Geld da ist.
Angebot einholen
Lassen Sie sich ein Angebot mit Fläche in Quadratmetern, Abbruch, Entsorgung und neuem Belag geben.
Antrag stellen
Stellen Sie den Antrag, bevor Sie den Auftrag unterschreiben. In Hamburg gilt schon der Vertrag als Beginn.
Bauen lassen
Beginnen Sie erst nach der Bewilligung. Bremen fördert keine Eigenleistung.
Nachweis schicken
Reichen Sie Rechnungen und Fotos ein. Melden Sie die Fläche auch Ihrem Wasserversorger, damit die Regengebühr sinkt.
Förderprogramme haben ein festes Budget. Bonn hat sein Förderprogramm Begrünung, das auch das Entsiegeln bezuschusst, wegen einer Haushaltssperre am 8. September 2026 ausgesetzt. Prüfen Sie deshalb immer den aktuellen Stand, bevor Sie planen.
Entsiegeln spart jedes Jahr Regengebühr
Zusätzlich zum Zuschuss sinkt die Regengebühr, denn für eine entsiegelte Fläche läuft kein Regen mehr in den Kanal. In Hamburg kostet ein Quadratmeter versiegelte Fläche 0,86 Euro im Jahr. Wer dort 40 Quadratmeter Asphalt zu Garten macht, spart 34,40 Euro jedes Jahr. Hamburg nennt die geringere Gebühr ausdrücklich als Folge der Entsiegelung, Sie müssen sie aber beantragen.
Häufige Fragen
Gibt es eine Förderung für das Entsiegeln von Flächen?
Ja, einige Städte und Verbände fördern das Entsiegeln privater Flächen. Hamburg zahlt 30 bis 50 Prozent, höchstens 25.000 Euro, Bremen bis 30 Prozent und höchstens 40 Euro je Quadratmeter. In Teilen von Nordrhein-Westfalen fördert das Programm ELKA mit 40 bis 80 Prozent.
Was kostet es, Asphalt im Hof zu entsiegeln?
Das Entsiegeln einer Asphaltfläche und der Umbau zu Sickerpflaster mit neuem Unterbau kostet nach einer Berliner Studie bis 372 Euro je Quadratmeter. Ein Weg mit fester Kiesdecke liegt bei rund 76 Euro. Wird die Fläche nur Garten, entfällt der neue Belag.
Muss ich die Förderung für das Entsiegeln vor dem Auftrag beantragen?
Ja, die Förderung für das Entsiegeln müssen Sie in Hamburg und Bremen vor dem Beginn beantragen. In Hamburg gilt schon der unterschriebene Auftrag als Beginn. Wer vorher baut, bekommt dort keinen Zuschuss.
Wie groß muss eine Fläche für die Entsiegelungsförderung sein?
In Hamburg fördert die IFB das Entsiegeln ab 10 Quadratmetern. In Bremen werden Flächen unter 20 Quadratmetern nicht gefördert. Andere Programme haben eigene Grenzen.
Sinkt die Abwassergebühr, wenn ich eine Fläche entsiegle?
Ja, die Abwassergebühr für Regen sinkt, wenn das Wasser der entsiegelten Fläche nicht mehr in den Kanal läuft. In Hamburg sparen Sie 0,86 Euro je Quadratmeter und Jahr. Die Änderung müssen Sie beim Wasserversorger beantragen.
