Was kostet es, Regenwasser im Garten zu versickern?
Die Kosten hängen davon ab, wie viel Fläche Sie an die Anlage anschließen. Gemeint ist die Fläche, von der Regen in die Anlage fließt, meist das Dach. Die Berliner Regenwasseragentur nennt Werte aus einer Studie zu Regenwasser in der Stadt. Sie gelten ohne Planung und können um 40 Prozent nach oben oder unten abweichen.
Eine Mulde für ein Grundstück mit guten Bedingungen kostet rund 10 Euro je Quadratmeter angeschlossener Fläche. Eine Rigole für ein neues Zweifamilienhaus kostet rund 83 Euro je Quadratmeter. Soll eine Rigole nachträglich das Dach eines bestehenden Hauses entwässern, sind es rund 131 Euro.
| Anlage | Kosten je m² | Für 100 m² Dach |
|---|---|---|
| Mulde, gute Bedingungen | rund 10 Euro | rund 1.000 Euro |
| Rigole beim Neubau | rund 83 Euro | rund 8.300 Euro |
| Rigole am bestehenden Haus | rund 131 Euro | rund 13.100 Euro |
Mulde, Rigole oder Schacht im Vergleich
Eine Mulde ist eine flache Senke im Rasen oder Beet. Regen sammelt sich dort und versickert langsam durch den Boden. Die oberste, belebte Bodenschicht soll dabei mindestens 30 Zentimeter dick sein, denn sie hält Schmutz zurück und schützt das Grundwasser. Eine Mulde ist meist etwa 30 Zentimeter tief.
Eine Rigole ist ein Graben unter der Erde, gefüllt mit Kies oder Kunststoffkästen. Sie speichert Regen und gibt ihn langsam an den Boden ab. Rigolen passen dorthin, wo der Platz für eine Mulde fehlt oder der Boden das Wasser nur langsam aufnimmt. Oft liegt über der Rigole eine Mulde, die das Wasser vorher reinigt.
Ein Sickerschacht ist ein Rohr aus Beton oder Kunststoff, das das Wasser tief in den Boden leitet. Dabei fließt es an der reinigenden Bodenschicht vorbei. Düsseldorf genehmigt Sickerschächte und Rohrrigolen deshalb grundsätzlich nicht.
Wann Sie eine Erlaubnis für die Versickerung brauchen
Ob Sie Regenwasser ohne Erlaubnis versickern dürfen, regeln die Länder und oft die Städte. In Berlin brauchen Sie außerhalb von Wasserschutzgebieten unter bestimmten Bedingungen keine Erlaubnis der Wasserbehörde. Düsseldorf verlangt dagegen für jede Versickerung von gesammeltem Regenwasser eine Erlaubnis der Unteren Umweltschutzbehörde.
Fragen Sie deshalb vor dem Bau bei der Wasserbehörde Ihrer Stadt oder Ihres Kreises nach. Dort erfahren Sie auch, wie hoch das Grundwasser steht und ob Ihr Grundstück in einem Schutzgebiet liegt. Ein guter Gartenbaubetrieb fragt das von sich aus.
- Abstand der Mulde zum höchsten Grundwasserstand: in der Regel mindestens 1 Meter, in Düsseldorf mehr als 1,5 Meter unter dem Gelände.
- Abstand zum Haus: Ist der Keller nicht gegen drückendes Wasser abgedichtet, soll die Anlage mindestens das 1,5-Fache der Baugrubentiefe entfernt liegen.
- Nachbar: Das Wasser muss auf Ihrem Grundstück bleiben, auch bei starkem Regen.
- Altlasten: Auf belastetem Boden darf keine Versickerung entstehen.
Ein Bodentest zeigt, ob Ihr Boden Regen schluckt
Sandiger Boden nimmt Regen schnell auf, Lehm und Ton nur langsam. Ob eine Mulde reicht, zeigt ein einfacher Test, den die Emschergenossenschaft in ihrem Programm KLIMA.WERK beschreibt.
Grube graben
Heben Sie eine Grube von 30 mal 30 Zentimetern aus, so tief wie die geplante Mulde, meist 10 bis 30 Zentimeter.
Vorwässern
Halten Sie die Grube etwa eine Stunde lang mit Wasser gefüllt, damit sich der Boden vollsaugt.
Messen
Füllen Sie die Grube erneut und notieren Sie den Wasserstand am Anfang und nach 10 Minuten.
Hochrechnen
Sinkt das Wasser in 10 Minuten um 2 Zentimeter, versickern in einer Stunde 12 Zentimeter.
Steht das Wasser nach Stunden noch in der Grube, reicht eine Mulde allein meist nicht. Dann kommen eine Rigole oder ein gedrosselter Abfluss in Frage. Bei dauerhaft nassem Boden hilft manchmal eine Drainage gegen Staunässe im Garten, manchmal nur ein besserer Boden.
So sparen Sie mit der Versickerung Gebühren
Viele Gemeinden berechnen für Regen, der in den Kanal fließt, eine eigene Gebühr nach der Fläche. In Berlin sind es 1,809 Euro je Quadratmeter und Jahr. Versickert das Wasser vollständig auf dem Grundstück, entfällt die Gebühr für diese Fläche. Bei einer Mulde mit Rigole und gedrosseltem Abfluss zählt die Fläche in Berlin noch zur Hälfte.
Für 100 Quadratmeter Dach sparen Sie in Berlin also rund 181 Euro im Jahr. Eine einfache Mulde für rund 1.000 Euro hat sich damit nach etwa sechs Jahren bezahlt. Wer das Wasser lieber speichert und zum Gießen nutzt, rechnet mit den Kosten einer Zisterne mit Einbau.
Haben Sie Platz für eine flache Senke im Rasen?
Zeigt der Bodentest, dass das Wasser zügig versickert?
Eine Mulde reicht meist. Sie ist die günstigste Lösung.
Planen Sie eine Mulde mit Rigole darunter. Lassen Sie den Boden vorher prüfen.
Eine Rigole unter der Erde spart Platz. Fragen Sie vorher, ob Ihre Stadt sie erlaubt.
Häufige Fragen
Was kostet eine Versickerungsmulde im Garten?
Eine Versickerungsmulde kostet nach einer Berliner Studie rund 10 Euro je Quadratmeter angeschlossener Fläche, wenn die Bedingungen gut sind. Für 100 Quadratmeter Dach sind das rund 1.000 Euro. Die Werte gelten ohne Planung und können um 40 Prozent abweichen.
Was kostet eine Rigole für das Regenwasser vom Dach?
Eine Rigole kostet nach der Berliner Kostenstudie rund 83 Euro je Quadratmeter angeschlossener Fläche beim Neubau. Am bestehenden Haus sind es rund 131 Euro. Für 100 Quadratmeter Dach liegen Sie damit bei 8.300 bis 13.100 Euro.
Brauche ich eine Erlaubnis, um Regenwasser im Garten zu versickern?
Ob Sie für die Versickerung eine Erlaubnis brauchen, hängt von Ihrem Land und Ihrer Stadt ab. In Berlin ist sie außerhalb von Wasserschutzgebieten unter Bedingungen erlaubnisfrei, Düsseldorf verlangt immer eine Erlaubnis. Fragen Sie vor dem Bau bei der Wasserbehörde nach.
Wie groß muss eine Versickerungsmulde sein?
Eine etwa 30 Zentimeter tiefe Versickerungsmulde braucht 10 bis 20 Prozent der Fläche, die an sie angeschlossen ist. Für 100 Quadratmeter Dach sind das 10 bis 20 Quadratmeter. Bei Lehm oder Ton muss sie größer sein oder eine Rigole bekommen.
Spart eine Versickerung die Niederschlagswassergebühr?
Ja, wenn das Regenwasser einer Fläche vollständig auf dem Grundstück versickert, fällt für diese Fläche in Berlin keine Niederschlagswassergebühr mehr an. Das sind dort 1,809 Euro je Quadratmeter und Jahr. Melden Sie die Änderung dem Wasserversorger.
