Für Garten- und Landschaftsbau gibt es keine Meisterpflicht
Das Gesetz zur Ordnung des Handwerks nennt 53 Handwerke, für die ein selbstständiger Betrieb in der Regel einen Meister braucht, vom Maurer bis zum Straßenbauer. Garten- und Landschaftsbau steht nicht auf dieser Liste. Wer einen Gartenbaubetrieb gründen will, meldet ein Gewerbe an, und niemand prüft vorher sein Können.
Die Branche ist groß. Nach der Statistik des Bundesverbands Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau gab es 2025 in Deutschland 19.898 Betriebe mit 131.746 Beschäftigten. Weil keine Kammer diese Betriebe vor dem Start prüft, prüfen Sie selbst.
Viele Gärtnereien verkaufen nur Pflanzen oder pflegen Gräber und bauen keine Gärten. Fragen Sie vorher, ob der Betrieb Erdarbeiten, Pflaster und Pflanzung selbst ausführt.
Ausbildung und Meisterbrief zeigen das Können im Gartenbau
Der Beruf heißt offiziell Gärtner, Fachrichtung Garten- und Landschaftsbau. Die Ausbildung dauert 36 Monate. Landschaftsgärtner lernen dort Erdarbeiten, Entwässerung, Pflaster, Mauern, Treppen und Teiche, dazu Pflanzung, Bodenpflege und den Umgang mit Maschinen.
Zur Meisterprüfung wird zugelassen, wer nach der Ausbildung mindestens zwei Jahre im Beruf gearbeitet hat. Ohne Abschluss braucht es mindestens fünf Jahre Praxis im Gartenbau. Ein Meister hat also mindestens fünf Jahre Ausbildung und Praxis hinter sich.
Im Garten- und Landschaftsbau legt jeder Meister die Prüfung freiwillig ab. Lassen Sie sich die Urkunde zeigen und achten Sie darauf, dass dort die Fachrichtung Garten- und Landschaftsbau steht. Ein Meister im Zierpflanzenbau hat anderes gelernt. Der Fachverband erkennt daneben den staatlich geprüften Techniker und ein passendes Studium an.
Was die Mitgliedschaft im Fachverband über den GaLaBau-Betrieb sagt
Die Mitgliedschaft im Fachverband ist freiwillig. 4.254 Betriebe waren 2025 Mitglied, das ist gut ein Fünftel aller Betriebe. Sie erwirtschafteten aber 63,18 Prozent des Umsatzes der Branche.
Aufgenommen wird ein Betrieb nur, wenn der Inhaber oder eine Führungskraft Meister, staatlich geprüfter Techniker oder Ingenieur der Fachrichtung ist. In Baden-Württemberg geht es auch ohne diesen Abschluss. Dann besichtigt eine Kommission des Landesverbands laufende Baustellen und fertige Gärten.
- Die Fachbetriebssuche auf galabau.de findet Mitglieder nach Postleitzahl oder Ort. Prüfen Sie dort, ob ein Betrieb, der mit dem Verband wirbt, auch Mitglied ist.
- Die Mitgliedschaft sagt nichts über Preise.
- Ein Betrieb ohne Mitgliedschaft kann trotzdem gute Arbeit machen. Ihm fehlt nur die Prüfung durch den Verband.
Pflaster an Einfahrt und Terrasse darf der Landschaftsgärtner legen
Ein Landschaftsgärtner darf Wege, Terrassen, Einfahrten und Stellplätze pflastern, wenn sie zu einem Garten oder Wohngrundstück gehören. Das hat das Bundesverwaltungsgericht schon 1993 entschieden. Einen Eintrag im Verzeichnis der Handwerkskammer braucht er dafür nicht.
Entscheidend ist, ob die ganze Anlage wie ein Garten wirkt und der Erholung dient, so die IHK Frankfurt am Main. Bei einem Hausgarten mit Einfahrt ist das der Fall. Reine Straßen und Verkehrsflächen ohne Garten bleiben dem Straßenbauer vorbehalten, der im Verzeichnis der Handwerkskammer eingetragen sein muss.
8 Nachweise, die Sie vor dem Auftrag verlangen können
- Gewerbeanmeldung oder Auszug aus dem Handelsregister. Eingetragene Firmen finden Sie selbst unter handelsregister.de.
- Abschluss als Landschaftsgärtner, Meister oder Techniker, für den Inhaber oder den Bauleiter.
- Zwei bis drei Referenzgärten mit Adresse, die Sie ansehen dürfen. Fotos ohne Ort belegen wenig.
- Eine Betriebshaftpflichtversicherung, belegt durch die Police oder eine Bestätigung des Versicherers.
- Ein schriftliches Angebot mit Menge und Preis für jede Arbeit statt einer Pauschale.
- Eine Rechnung mit ausgewiesener Mehrwertsteuer und Zahlung per Überweisung.
- Die Anwachspflege für neue Pflanzen und Rasen im Angebot.
- Ein fester Ansprechpartner auf der Baustelle und ein Termin für die gemeinsame Abnahme am Ende.
Ein Betrieb, der einen dieser Nachweise verweigert, hat dafür einen Grund. Fragen Sie nach, bevor Sie unterschreiben. Liegt ein Angebot weit unter den üblichen Kosten einer Gartengestaltung von 30 bis 100 Euro pro Quadratmeter, fragen Sie, woran gespart wird.
Warnsignale im Angebot eines GaLaBau-Betriebs
- Ein Stundensatz unter 40 Euro, obwohl der Betrieb Tariflohn verspricht.
- Eine Pauschale ohne Mengen und ohne Angaben zum Material.
- Vorkasse für Arbeit, die noch nicht begonnen hat. Abschläge darf der Betrieb nur für erbrachte Arbeit verlangen.
- Das Angebot, bar und ohne Rechnung zu arbeiten. Dann ist der ganze Vertrag nichtig, und Sie verlieren jedes Recht auf Nachbesserung.
- Keine Anschrift, nur eine Handynummer, keine Referenz mit Ort.
- Druck, noch am selben Tag zu unterschreiben.
Ein Stundensatz muss deutlich über dem Stundenlohn eines Landschaftsgärtners liegen, der nach Tarif seit dem 1. Juli 2026 bei 20,91 Euro liegt. Nach einer Musterrechnung der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau kommen auf den Lohn rund 90 Prozent für Sozialabgaben, Urlaub und Ausfallzeiten. Schon diese beiden Teile ergeben fast 40 Euro, ohne Fahrzeuge, Büro und Gewinn.
Häufige Fragen
Braucht ein Garten- und Landschaftsbauer einen Meisterbrief?
Nein, ein Garten- und Landschaftsbauer braucht keinen Meisterbrief, um einen Betrieb zu führen. Garten- und Landschaftsbau gehört nicht zu den 53 Handwerken mit Meisterpflicht. Wer den Meister trotzdem hat, hat nach der Ausbildung mindestens zwei Jahre im Beruf gearbeitet und die Prüfung freiwillig abgelegt.
Darf ein Landschaftsgärtner eine Einfahrt pflastern?
Ja, ein Landschaftsgärtner darf eine Einfahrt pflastern, wenn sie zu einem Wohngrundstück mit Garten gehört. Das hat das Bundesverwaltungsgericht 1993 entschieden. Reine Straßen und Verkehrsflächen ohne Garten bleiben dem Straßenbauer vorbehalten.
Wie lange dauert die Ausbildung zum Landschaftsgärtner?
Die Ausbildung zum Landschaftsgärtner dauert 36 Monate. Der Beruf heißt offiziell Gärtner, Fachrichtung Garten- und Landschaftsbau. Seit dem 1. Juli 2026 bekommen Auszubildende nach Tarif 1.140 Euro im ersten, 1.270 Euro im zweiten und 1.390 Euro im dritten Jahr.
Was bedeutet die Mitgliedschaft im Fachverband Garten- und Landschaftsbau?
Die Mitgliedschaft im Fachverband Garten- und Landschaftsbau zeigt, dass der Inhaber oder eine Führungskraft Meister, Techniker oder Ingenieur der Fachrichtung ist. In Baden-Württemberg prüft ersatzweise eine Kommission die Arbeiten vor Ort. 4.254 Betriebe waren 2025 Mitglied, die Mitgliedschaft ist freiwillig.
Welchen Stundensatz braucht ein Gartenbaubetrieb, der Tariflohn zahlt?
Ein Gartenbaubetrieb, der Tariflohn zahlt, kommt kaum unter 40 Euro pro Stunde aus. Schon Lohn und Sozialabgaben eines ausgebildeten Landschaftsgärtners ergeben nach einer staatlichen Musterrechnung aus Bayern fast 40 Euro. Das Portal Aroundhome nennt für Gärtner 30 bis 70 Euro pro Stunde.
