Was eine Stützmauer je Meter kostet
Eine Stützmauer hält die Erde an einem Hang oder einer Geländekante fest. Sie muss den Druck der Erde dahinter aushalten. Deshalb sind Fundament und Entwässerung aufwendiger als bei einer freistehenden Gartenmauer. Portale nennen die Preise je laufendem Meter Mauer oder je Quadratmeter Mauerfläche, also Länge mal Höhe. Bei einer 1 Meter hohen Mauer sind beide Angaben gleich.
Die Preise reichen von 100 Euro je Quadratmeter für Gabionen bis 900 Euro je Meter für eine massive Mauer aus Beton oder Naturstein. L-Steine kosten bei üblicher Höhe 200 bis 400 Euro je Meter, eine Trockenmauer 250 bis 500 Euro je Quadratmeter. Braucht die Mauer ein Fundament aus Beton, rechnet Blauarbeit mit weiteren 100 bis 200 Euro je Meter.
| Bauweise | Preis | Gerechnet je | Was darunter gehört |
|---|---|---|---|
| Niedrige Mauer aus Betonsteinen oder Pflanzringen | 150 bis 350 Euro | Meter | Fundament aus Beton |
| L-Steine | 200 bis 400 Euro | Meter | Betonfundament, mindestens 20 Zentimeter dick |
| Gabionen | 100 bis 250 Euro | Quadratmeter Mauerfläche | Bett aus Schotter oder Fundament aus Beton |
| Trockenmauer aus Naturstein | 250 bis 500 Euro | Quadratmeter Mauerfläche | Bett aus verdichtetem Schotter |
| Massive Mauer aus Beton oder Naturstein | 500 bis 900 Euro | Meter | Fundament aus Beton |
Das Portal gartenbau.org rechnet zwei Beispiele vor. 10 Meter L-Steine kosten dort 2.000 bis 4.000 Euro. Eine massive Mauer über 12 Meter an einem höheren Hang kostet mit Planung und schwieriger Baustelle 7.000 bis 12.800 Euro.
L-Steine für gerade Kanten am Hang
L-Steine sind Winkel aus Beton. Die Wand steht senkrecht, der Fuß liegt hinten unter der Erde. Die Erde auf dem Fuß hält den Stein fest. Für gerade Abschnitte sind L-Steine nach gartenbau.org oft die günstige Lösung.
Es gibt L-Steine mit und ohne Stahl im Beton. Der Hersteller Niemeier setzt Steine ohne Stahl nur ein, wenn hinter der Mauer ebenes Gelände liegt, auf dem nichts fährt. Für Hänge, Böschungen und befahrene Flächen schreibt er Steine mit Stahl vor. Fragen Sie deshalb, welche Steine im Angebot stehen.
Unter den Steinen liegt ein Fundament aus Beton, mindestens 20 Zentimeter dick und frostfrei. Frostfrei heißt so tief, dass der Boden darunter im Winter nicht gefriert, nach Angaben des Herstellers Sakret ab etwa 80 Zentimetern. Hinter die Mauer kommt frostsicheres Material wie Kies oder Lava. Bei lehmigem Boden empfiehlt Niemeier zusätzlich eine Drainage, also ein Rohr, das Wasser ableitet. Die Fugen zwischen den Steinen dichtet der Betrieb auf der Rückseite ab, damit keine Erde durchdringt.
L-Steine sind schwer. Lieferung, Kran, Bagger und Rüttelplatte stehen deshalb oft als eigene Posten im Angebot.
Gabionen und Trockenmauer ohne Mörtel
Gabionen sind Körbe aus Draht, die mit Steinen gefüllt werden. Sie brauchen keinen Mörtel und stehen schnell. Breite, niedrige Gabionen stehen laut Blauarbeit oft auf einem verdichteten Bett aus Schotter. Höhere oder schmale Körbe brauchen meist ein Streifenfundament aus Beton. Die Materialkosten hängen vor allem an der Steinfüllung.
Eine Trockenmauer schichtet der Betrieb aus Natursteinen ohne Mörtel auf. Ein Fundament aus Beton braucht sie nicht. Der NABU beschreibt ein Bett aus verdichtetem Schotter, das je nach Höhe der Mauer 30 bis 50 Zentimeter tief reicht. Es ist mindestens ein Drittel so breit, wie die Mauer hoch ist, plus 10 Zentimeter an jeder offenen Seite.
Damit die Steine nicht nach vorn kippen, lehnt sich die Mauer zum Hang. Der NABU nennt dafür eine Neigung von etwa 10 Prozent. Zwischen Mauer und Erde kommen 20 bis 30 Zentimeter verdichteter Schotter. In den offenen Fugen finden später Eidechsen und Wildbienen Platz.
Bis 2 Meter Mauerhöhe ohne Bauantrag
Für eine Stützmauer bis 2 Meter Höhe brauchen Sie in Nordrhein-Westfalen, Sachsen und Baden-Württemberg keinen Bauantrag. Nordrhein-Westfalen und Sachsen nehmen davon Grundstücke außerhalb der bebauten Ortsteile aus, also etwa zwischen Feldern und Wiesen. In Nordrhein-Westfalen braucht eine höhere Mauer eine Baugenehmigung. Für die anderen Länder fragen Sie Ihr Bauamt.
Ohne Bauantrag heißt nicht ohne Regeln. Die Bauordnung von Nordrhein-Westfalen verlangt, dass jede bauliche Anlage standsicher ist und den Boden des Nachbarn nicht gefährdet. Das gilt auch für Mauern, die niemand genehmigen musste.
Einen Statiker, also einen Bauingenieur, der die Standsicherheit berechnet, schreibt Nordrhein-Westfalen für Mauern ohne Bauantrag nicht vor. Über 2 Meter Höhe verlangt die Bauordnung dort einen Nachweis der Standsicherheit. Sinnvoll kann die Berechnung schon früher sein. gartenbau.org nennt dafür große Höhen, Mauern an der Grenze, an Einfahrten und in der Nähe von Gebäuden.
8 Posten, die ins Angebot für die Stützmauer gehören
Ein Preis je Meter sagt nur etwas, wenn das Angebot beschreibt, was dazugehört. Aushub, Abfuhr, Drainage und Hinterfüllung sind nach gartenbau.org meist eigene Posten. Diese acht Posten sollten Sie im Angebot finden oder ausdrücklich ausschließen:
- Aushub und Abfuhr der Erde
- Fundament mit Art, Tiefe und Breite
- Drainage mit Rohr, Kies und Vlies
- Hinterfüllung hinter der Mauer
- Lieferung, Kran und Maschinen
- Abdeckplatten auf der Mauerkrone
- Abriss einer alten Mauer, falls vorhanden
- Berechnung der Standsicherheit und Bauantrag, wenn nötig
Die Drainage ist bei einer Stützmauer kein Zubehör. Blauarbeit nennt sie unverzichtbar, damit sich hinter der Mauer kein Wasserdruck aufbaut. 20 Prozent der Arbeitskosten können Sie nach dem Einkommensteuergesetz von der Steuer abziehen, höchstens 1.200 Euro im Jahr. Ab 2027 sollen es nach einem Gesetzentwurf der Bundesregierung nur noch 15 Prozent und höchstens 900 Euro sein. Fragen Sie vorher, ob der Betrieb Stützmauern selbst baut.
Häufige Fragen
Ab welcher Höhe braucht eine Stützmauer eine Baugenehmigung?
Eine Stützmauer braucht in Nordrhein-Westfalen ab mehr als 2 Metern Höhe eine Baugenehmigung. Bis 2 Meter ist sie dort, in Sachsen und in Baden-Württemberg ohne Bauantrag erlaubt, in Nordrhein-Westfalen und Sachsen aber nur innerhalb der bebauten Ortsteile. Für andere Länder fragen Sie Ihr Bauamt.
Was kostet eine 10 Meter lange Stützmauer aus L-Steinen?
Eine 10 Meter lange Stützmauer aus L-Steinen kostet nach gartenbau.org rund 2.000 bis 4.000 Euro. Aushub, Abfuhr, Drainage und Hinterfüllung stehen oft als eigene Posten im Angebot. Fragen Sie nach, ob diese Arbeiten im Preis enthalten sind.
Braucht eine Trockenmauer ein Betonfundament?
Nein, eine Trockenmauer braucht kein Betonfundament. Der NABU beschreibt ein Bett aus verdichtetem Schotter oder Kies, 30 bis 50 Zentimeter tief. Es ist mindestens ein Drittel so breit, wie die Mauer hoch ist, plus 10 Zentimeter an jeder offenen Seite.
Brauche ich für eine Stützmauer einen Statiker?
Für eine Stützmauer bis 2 Meter ohne Bauantrag schreibt Nordrhein-Westfalen keinen Statiker vor. Standsicher muss die Mauer trotzdem sein. Lassen Sie sich beraten, wenn hinter der Mauer ein Auto fährt, ein Haus steht oder der Hang steil ist.
Warum braucht eine Stützmauer eine Drainage?
Eine Stützmauer braucht eine Drainage, damit sich hinter ihr kein Wasserdruck aufbaut. Ein Rohr im Kies hinter der Mauer leitet das Wasser ab. Bei lehmigem Boden empfiehlt der Hersteller Niemeier die Drainage auch für L-Steine.
